Donnerstag, April 03, 2008

aimer

Ich mag dich so wie du bist. Man könnte meinen, dass das toll ist, aber ist das wirklich so? Ich habe mir in den letzten Tagen so meine Gedanken darüber gemacht, denn irgendwie hört sich das ganz falsch an.
So wie du bist. Irgendwie klingt das, als würde man jeden einzelnen Mangel unter die Lupe nehmen. Und dann versuchen ihn aufzubrechen. Oder sowas in der Art. Aber es wird natürlich trotzdem akzeptiert, und das ist ja auch gut so. Immerhin besser als wenn man probiert alles krampfhaft zu verändern, das kann ja nur nach hinten losgehen. Trotzdem. Es stört mich.

Also würde nicht auch ein einfaches "Ich mag dich" reichen? Ich finde es viel besser.

6 Kommentare:

Luca hat gesagt…

"Ich mag dich wie du bist." drückt für mich aus, dass man über viele Dinge an einem Menschen hinwegsehen kann, weil er als ganzes viel wertvoller ist, als Kleinigkeiten, meist äußerliches.

Jeder Mensch hat Makel. Man sollte auch niemanden darauf festnageln.

Oft will man damit Menschen einfach darauf hinweisen, dass sie nicht so selbstkritisch sein wollen, weil sie nicht ständig auf ihre Schwächen, die oft keine sind, schauen sollen.

Lisa hat gesagt…

Ja ich weiß was du meinst. So sehen es wohl viele Leute, und dann passt es ja auch. Nur breche ich gern in meinem Kopf alles mögliche auseinander, drehe es in verschiedene Richtungen und auf einmal schaut es für mich anders aus.
Daher mag ich den Satz nicht mehr so ganz. Aber es stört mich glaub ich auch nicht wenn es jemand zu mir sagen würde, weil es dann wohl nicht so gemeint wie ich es mir denke, sondern wie es sich die Mehrheit denkt.

Anonym hat gesagt…

Ich finde ein "ich mag dich wie du bist" (oder ein ich liebe dich wie du bist) besser als ein normales "ich mag dich". Einfach weil man eben damit ausdrückt, dass man die andere Person akzeptiert- ohne eine Bedingung zu stellen.

Die meisten Leute meinen mit Sätzen wie "ich liebe dich" in Wirklichkeit "ich liebe dich wenn du so bist wie ich das gern hätte" und drängen die andere Person dazu zu sein wie sie eben nicht ist.

Es ist ja oft so in Beziehungen, dass man die andere Person nicht so akzeptieren kann wie sie ist (nona sonst würden nicht so viele kaputt gehen)- man stellt eben Bedingungen die ein "... weil du bist wie du bist" aus dem Weg räumen.

LG
Edi

Luca hat gesagt…

Bedingungen ist in diesem Zusammenhang ein starker Begriff. Ich könnte niemals sagen, dass ich jemanden mag oder gar liebe ohne ihn so zu akzeptieren.

Die Logik funktioniert in meinem Kopf einfach nicht. Ich kann nicht sagen, dass ich jemanden mag, und denken dass ich ihn verändert mögen würde. Das wäre nicht mehr die gleiche Person.

Alle Personen, die ich als meine Freunde bezeichne haben ihre Fehler. Doch das ist gut so. Ich weiß, dass ich selbst nicht perfekt bin, aber bemühe mich möglichst nahe an meine eigene Vorstellung zu kommen.

In meiner Auslegung würde das von dir geschilderte "Ich mag dich" nichts anderes als eine fiese Lüge sein, weil man sich von der anderen Person etwas erwartet. Richtig würde es dann lauten: "Ich mag eine fiktive Person und stelle mir vor, dass du so werden könntest." Es ist der Beginn eines meist unmöglichen Prozesses. Man kann Menschen beeinflussen, sehr stark sogar, aber nicht durch Druck, nicht durch Bedingungen. Schon gar nicht, wenn das ganze mit einer Lüge begonnen hat.

In der Hinsicht hast du vielleicht recht, dass dies viele Menschen machen. Sie idealisieren ihre Welt, sind möglicherweise auch noch verzweifelt durch Einsamkeit und klammern sich an jedes Stück Wärme, das sie bekommen können. Das hat aber nichts mehr mit mögen oder lieben zu tun, sondern mit wollen.

Im Gegensatz dazu ist es sehr wohl möglich, dass man jemanden lieben will und dies auch macht. Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine rationale Entscheidung von uns oder unserem Unterbewusstsein. Wenn wir etwas empfinden, können wir uns dafür oder dagegen entscheiden. Wir können es unterdrücken oder herauslassen.

Doch ich entferne mich etwas weit vom Thema. Ich wollte nur sagen, dass ich hoffe, dass die meisten Leute nicht das nicht meinen was sie sagen.

Anonym hat gesagt…

Natürlich gibt es hierbei viele Facetten und Personen denen man mehr eigenen Willen "durchgehen" lässt. Und natürlich sind nicht alle Menschen gleich, mir persönlich kommt fast so vor als wären besonders oberflächliche Menschen dazu geneigt "Liebe" nur mit Bedingungen zu akzeptieren.

Der Mensch an sich muss im Leben erst verstehen lernen andere und natürlich auch sich selbst zu akzeptieren- wobei "lernen" fällt vielen einfach nicht leicht.

Wobei ich diesen Makel jetzt auch gar nicht schlecht reden möchte (schließlich ist idealisieren nur bei zwischenmenschlichen Beziehungen ein Nachteil), denn der Mensch träumt und muss träumen können von ganz subjektiven Idealen. Alle Menschen schaffen (zu einem gewissen Teil) ihre Umwelt mit Hilfe ihrer Imagination, bloß kann diese "Kraft" den Menschen nicht verändern.

Ich denke wenn man sich dem Unterschied zwischen einem bedingungslosen "mögen" oder "lieben" und dem Anderen bewusst wird, kann man es auch ändern.

Nur bei der "Liebe" an sich ist es etwas anders- wenn man sich Gefühle betrachtet so sind diese durch Substanzen (Hormone etc..) im Körper ausgelöst. Wenn ich jetzt ganz gemein sein möchte könnte ich sagen, dass Liebe vom Prinzip her nichts anderes ist als eine Sucht. Eine Abhängigkeit ausgelöst vom Hirn der man sich wohl nur schwer entziehen kann.

Lisa hat gesagt…

Oh schön, da wird ja mal sogar ein bisschen geredet. Das finde ich sehr toll.
Danke für die vielen Gedanken!